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Mehr, als das Auge sehen kann

Die Welt besteht aus mehr, als das Auge sehen kann. Ich glaube fest daran, dass es Dinge gibt, von denen wir keine Ahnung haben, die wir nicht kennen, die aber trotzdem da sind. Sehr plastisch finde ich dazu immer diese wunderbaren Ideen aus „Man in Black“: Eine ganze Galaxie, die in einem Kettenanhänger steckt, eine ganze Welt in einem Gepäckfach, unsere ganze Welt, die in einer Murmel steckt…

Der Traum über die verborgene Kleinmögelwelt ließ mich in den kommenden Tagen nicht los. Wie sehen die Wesen aus, die dort leben? Was tun sie? An einem wunderschönen Sommernachmittag saß ich beim Kaffeetrinken bei einer lieben Freundin auf der Terrasse – sie ist selbst Autorin – und erzählte ihr von meinem Traum und von den Kleinmögeln. Unsere Kinder huschten durch den Garten und wir sponnen über die unterirdische Welt. Irgendwann war sie da, die Idee: Die Geschichte der Kleinmögel muss ein Kinderbuch werden!

Und dann entdeckte ich etwas, kleine Figuren auf der Terrasse und ich wusste: So ähnlich sehen sie aus, die Kleinmögel. Kleine herzige Wesen mit großen Augen und kleinem Bäuchlein. Liebenswert. Fröhlich. Auf diesem wunderbaren Stillleben mit Kindern und Katze könnt ihr sie sehen, meine Inspiration:

konrad

Das schöne an einer Idee, die dich ganz vereinnahmt, ist, dass sie sich fortsetzt, wenn sie erst mal geboren ist. Sie hallt nach in jedem Moment, sie entwickelt sich weiter, sie sammelt unterwegs neue Ideen ein und wächst immer weiter. So ging war es auch mit den Kleinmögeln. Kaum waren sie da, entwickelten sie eine Eigendynamik und drängten sich immer wieder mit neuen Details und Eingebungen in mein Leben. Bis es nur noch Kleinmögel gab. Überall. Die Geschichte wuchs… wohin? Das verrate ich euch demnächst.

Kleinmögelige Grüße

von Sabine

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Was ist ein Kleinmögel?

Da steckte er also nun, der Zettel mit meinem lustigen Tippfehler. Bei jedem Öffnen meines Geldbeutels fiel mir das Wort in den kommenden Tagen in die Hände. Kleinmögel – was könnte das wohl sein? Die Antwort erhielt ich einige Nächte später in einem Traum.

Normalerweise schlafe ich wie ein Stein. Ab ins Bett, drei Mal umdrehen und ich bin weg, tief und fest. Nicht mal ein Erdbeben bekommt mich dann wach. In der Nacht, als ich den Kleinmögeln begegnete, schlief ich sehr unruhig und immer wieder gingen meine Gedanken auf Traumreise. Plötzlich war ich unter der Erde. Wie ein Maulwurf bewegte ich mich durch ein weit verzweigtes Tunnelsystem. Immer tiefer und tiefer ging es hinunter in der dunklen, braunen Erde, bis sich plötzlich ein weiter Raum öffnete.

Eine richtige kleine Stadt, tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiief unter der Erde. Eine erdmatschbraune, wuselige, kleine Welt. Und dort waren sie: Die Kleinmögel.

Ich hatte die Kleinmögelwelt gerade erst betreten und hatte noch gar keine Zeit, mir die Wesen genau anzuschauen, da wurde ich auch schon vom Läuten des Weckers zurück ins Hier geholt.

Mist. Noch mal umdrehen, noch mal die Augen zu machen. Kleinmögel, wo seid ihr? Wer seid ihr? Aber schon war er fort, der skurrile Traum…

kaffee

Während meines Morgenkaffees dachte ich über die Kleinmögel nach und die lustige unterirdische Welt, die sich mir im Traum – zumindest im Ansatz – offenbart hatte. Ich kritzelte gedankenverloren ein kleines Bild auf den Zeichenblock vom Kleinmann: ein Querschnitt durch die Erde, oben das Ortsschild von Hudlhub mit der Hudlhubber Kirche Zur Heiligen Mutter Gottes Verkündigung und darunter ein Gewirr aus Gängen und Höhlen. Und ich wusste: Ich will mehr wissen über diese Welt.

Mein wunderbarer Rechtschreibfehler. Was für eine Eigendynamik er plötzlich entwickelte. Es ist wohl wahr: Umarme deine Fehler, dann bringen sie dich weiter – oder wie eines meiner liebsten englischen Sprichworte sagt: Never a failure, always a lesson. Mein Fehler öffnete mir den Zugang zu einer ganz neuen Welt. Dafür bin ich bis heute dankbar.

Fröhliche Grüße aus Hudlhub

von Sabine